Dekanat Sulzbach-Rosenberg

evangelisch in der Oberpfalz

Verabschiedung Pfarrer Uwe Markert

Am 15. Februar 2014 wurde Uwe Markert als Pfarrer von St. Johannis in Rosenberg und St. Michael in Poppenricht eingeführt. Jetzt verlässt er die beiden Gemeinden.

Markert 1Pfarrer Uwe Markert wechselt an das Religionspädagogische Zentrum Heilsbronn, wo er sich in der Ausbildung von Religionslehrern engagieren wird. Deshalb wurde er am Samstag mit einem Gottesdienst verabschiedet. Dekan Karlhermann Schötz dankte Markert für sein Wirken und auch seiner Frau Christina, die als Ehepartnerin den Beruf des Pfarrers immer mitgetragen und unterstützt habe. Dann entband Dekan Schötz Pfarrer Markert von seinen Pflichten in den beiden Gemeinden. In seiner Predigt blickte Markert zurück auf seine Zeit in Rosenberg und Poppenricht, an glückliche Momente, gelungene Aktionen und Feste, schöne Gottesdienste und abgeschlossene Baumaßnahmen. Als Religionslehrer in der Jahnschule, der Krötenseeschule und in Poppenricht habe er hoffentlich die jungen Menschen für die Botschaft Jesu begeistern können. Das sei auch der Anlass für seine Entscheidung gewesen, sich auf die neue Stelle zu bewerben, um diese Freude am Beruf weiterzugeben. „Das ist eine zutiefst erfüllende Tätigkeit“, schloss er.

Markert 4Coronabedingt war die Zahl der Grußworte auf vier beschränkt. Bürgermeister Michael Göth wünschte dem scheidenden Pfarrer alles Gute für seine neuen Aufgaben und an seinem neuen Wirkungsort. „Ihr Wirken hat uns viele Anstöße gegeben“, stellte der Poppenrichter Bürgermeister Roger Hoffmann fest und hob hervor: „Ihnen ist es gelungen, Ihre Botschaft an den Menschen zu bringen, weil jeder weiß, dass Sie dahinterstehen. Pfarrer Saju Thomas von der katholischen Schwestergemeinde Herz Jesu bedauerte Markerts Weggang, denn „wir haben uns vom ersten Tag an gut verstanden.“ Es gebe praktisch keinen Unterschied zwischen den beiden Rosenberger Gemeinden. Zwar sei der Kirchturm von Herz Jesu höher, dafür sei aber der Pfarrer von St. Johannis größer. Für den Rosenberger Kirchenvorstand dankte Vertrauensmann Michael Kohl für die gute Zusammenarbeit auch mit dem CVJM. Wolfgang Böttner, Vertrauensmann in Poppenricht, dankte Markert insbesondere für die Belebung der Ökumene. Auch die Arbeit im Kirchenvorstand sei angenehm gewesen, denn Markert habe die Sitzungen gut strukturiert und sei immer mit einem klaren Konzept vorgegangen: „Wir durften in der Regel um 10 Uhr nach Hause gehen!“ Diakonin Regina Reymann übermittelte den Dank aller Gruppen und Kreise der beiden Gemeinden, die ein buntes Buch für Markert gestaltet hatten.

Markert war sichtlich bewegt und dankte allen Haupt-, Neben- und Ehrenamtlichen für die gute Zusammenarbeit. Besonders hob er hervor, dass Dekan Karlhermann Schötz ihm bei Fragen immer sofort mit Rat und Tat geholfen habe. Deshalb überreichte er ihm einen Oscar in der Kategorie „Bester Chef“.
Nach dem Gottesdienst versammelten sich die Gäste vor der Kirche, um mit Pfarrer Uwe Markert noch ein paar persönliche Worte zu sprechen.

Drei Fragen an Pfarrer Uwe Markert

1. Welche besondere Erkenntnis haben Sie in Ihrer Zeit in Rosenberg und Poppenricht gewonnen?
Manche Geschäftspartner meinten, mit einem Pfarrer kann man es ja machen! Sie spekulierten darauf, dass ich in grenzenloser Nächstenliebe mir alles gefallen lasse.
Aber ich kenne ja Martin Luthers sogenannte „Zwei-Reiche-Lehre“. Die ist auch im 21. Jahrhundert noch hochaktuell: Luthers Problem war, wie ich als Christ in der Welt zurecht komme. Denn im Bereich der Kirche (Luther nannte das Reich Gottes) erzähle ich von Gott, helfe mit Seelsorge und lebe in Vergebung und Nächstenliebe. Im Reich der Welt komme ich so aber manchmal in eine Zwickmühle. So ist es nach Luther legitim, wenn ich als Christ, um Unrecht abzuwehren und um andere zu schützen, Zwang androhe und ausübe. Das ist zwar für den Betroffenen keine Nächstenliebe, aber für die, die ich verteidige, schon. Ich merkte schnell, dass ich bei den vielen Baumaßnahmen und Vertragsverhandlungen mit Nächstenliebe nicht weit gekommen wäre. Da hat mir die „Zwei-Reiche-Lehre“ geholfen, für die Gemeinde zu kämpfen - und das mit reinem Gewissen.

2. Was war Ihr allerschönstes Erlebnis hier?
Es gab sehr, sehr schöne Erlebnisse: Gelungene Gottesdienste und Veranstaltungen, auch wenn mal weniger Leute da waren. Als ich mal mein Manuskript in der Kirche vergessen hatte, spürte ich Gottes Geist, dass es fast keiner gemerkt hat. Oder als im ersten Jahr hier in Rosenberg an der Kirwa die Feuerwehr mich im Bar-Zelt abgefüllt hat und ich den Gottesdienst am Sonntagmorgen trotzdem überstanden habe, obwohl es mir richtig schlecht ging. Die Freizeit mit den Konfirmanden, Segel- und Kanufreizeiten. Schade, dass da nix mehr zamm geht. Aber insgesamt: Es gab viele allerschönste Erlebnisse.

3. Inwiefern wird Ihre Tätigkeit als Gemeindepfarrer Ihre neue Aufgabe in der Religionslehrerausbildung beeinflussen, bereichern oder befruchten?
Na ja, ich hoffe, dass ich gefestigt bin, wenn ich Situationen wieder den „Zwei Reichen“ zuordnen muss. Ich werde nämlich einerseits Berater und Begleiter sein, damit junge Kolleg*innen gut und sicher ihre ersten Schritte im neuen Beruf als Religionslehrer*innen gehen und aus manchem Anfangsfehler lernen und reifen können. Andererseits bin ich aber immer wieder auch Prüfer, der beurteilen muss. Da hoffe ich, dass mir das immer gelingt, gerecht und fair zu urteilen.

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