Dekanat Sulzbach-Rosenberg

evangelisch in der Oberpfalz

Dekanatsfrauentag

frau2Frauen aus dem ganzen Dekanat Sulzbach-Rosenberg waren zum diesjährigen Dekanatsfrauentag in die Herzogstadt gekommen. Das Thema „Für mehr Gelassenheit – gegen den Perfektionsdrang“ traf offenbar die Bedürfnisse der evangelischen Frauen.
Nach einer musikalischen Eröffnung durch den Frauenbundchor begrüßte Dekan Karlhermann Schötz die Damen. Von Tieren, stellte er fest, könne man eine Menge lernen. In der Bibel seien Vögel die Botschafter göttlicher Gelassenheit und Lehrmeister des Vertrauens. Dort heiße es in Matthäus 6, 26 „Seht an die Vögel im Himmel, sie säen nicht, sie ernten nicht, und euer himmlischer Vater nährt sie doch“.
Pfarrerin Heidi Gentzwein aus Schwarzenfeld hielt die sehr breite und ausführliche Andacht. Sie stellte fest, „wir sind gut so, wie wir sind.“ Die Menschen seien mit wunderbaren Sinnen geschaffen, oft ist es ihnen aber nicht bewusst, was sie mit ihren Sinnen alles wahrnehmen können. In den Seligpreisungen der Bergpredigt Matthäus 5, 3-10, führte sie aus, seien es gerade nicht die „Perfekten“, die Jesus pries. „Gott kann aus unseren Schwächen Wunder machen“, schloss die Pfarrerin.


frau1Diakonin Irene Elsner stellte die Referentin Andrea Nitzsche aus Regensburg vor. Sie ist Diplom-Sozialpädagogin und als Trainerin und Coach in der Erwachsenenbildung tätig. Dabei unterstützt sie Menschen, die sich weiterentwickeln möchten.
Perfektionismus, erläuterte Nitzsche, erzeugt unweigerlich ungesunden Stress. Er ist selten hilfreich und wird manchmal sogar zwanghaft. Perfektionismus kostet viel Lebensenergie, Zeit, Nerven. „Er belastet uns und unsere Mitmenschen“, warnte die Referentin.
Frauen neigen mehr zu Perfektionismus als Männer. Dabei ist es fast nie Einfluss von außen, der Frauen zu Perfektionistinnen macht, sondern oft ein Gefühl der Minderwertigkeit. Frauen strengen sich an, um Anerkennung und Liebe zu bekommen. Aber Leistung ist nicht immer das wichtigste im Leben, und Perfektion ist nicht unbedingt liebenswert. Im Haushalt, erläuterte sie, seien Sauberkeit und Ordnung oft ein Gegensatz zu Herzlichkeit und Wärme. Schließlich empfahl sie: „Lieber lässig durch den Tag als gründlich geschafft!“
In Kleingruppen tauschten sich die Frauen über die positiven und negativen Seiten des Perfektionismus aus sowie über Möglichkeiten, zu einer gelasseneren Haltung zu kommen. Die
Ergebnisse sammelten sie auf Karten und trugen sie den anderen Frauen vor. In manchen Bereichen, waren sich die Frauen einig, ist Perfektion unerlässlich, im privaten Rahmen kann man aber oft lockerer lassen. Nitzsche riet ihren Zuhörerinnen, gelassen zu bleiben. Das sei für die älteren Frauen wegen ihrer größeren Lebenserfahrung leichter, aber „Die Jüngeren setzen sich oft zu sehr unter Druck, obwohl es nicht nötig wäre“. Die Frauen applaudierten der Referentin freundlich, und Elsner dankte ihr für ihren Vortrag, der „uns vielleicht ein wenig die Augen geöffnet hat über unseren Perfektionismus“. Dann dankte sie den zahlreichen Helferinnnen im Hintergrund, die das Gelingen des Frauentages ermöglichten, insbesondere dem Frauenkreis „Die Brücke“, der für die Pause ein wunderbares Büfett vorbereitet hatte. Ihnen allen klatschten die Frauen kräftig Beifall.
Mit dem Vaterunser und einem Segen endete der interessante Vormittag. Am Ausgang wurde um Gaben zugunsten des Müttergenesungswerks gebeten

Melanie Schwarz