Dekanat Sulzbach-Rosenberg

evangelisch in der Oberpfalz

Der Indianerpastor von Amazonien

Von Adolf Rank
Bereits 35 Jahre besteht nun schon die Partnerschaft zwischen dem Dekanatsbezirk Sulzbach-Rosenberg und dem Indianermissionsrat (COMIN) der Evangelischen Kirche Lutherischen Bekenntnisses in Brasilien. Im Rahmen der zu diesem Jubiläum vorgesehenen Veranstaltungen hatte Pfarrer Milton Jandrey, Brasilienbeauftragter des Dekanatsbezirks, zu einer Filmmatinee am 5. März in den Gemeindesaal der Erlöserkirche in Schwandorf geladen.

Fast 50 Gäste waren der Einladung gefolgt. Ein besonderer Willkommensgruß galt Pfr. Martin Backhouse und seiner brasilianischen Frau Alira. Martin Backhouse, er war 1974/75 als Vikar in Schwandorf und anschließend vier Jahre als Missionar bei den Kaingang in Guarita tätig, gilt als der eigentliche Begründer der Partnerschaft.Pfr. Jandrey stellte die Partnerschaft in ihrem heutigen Stand noch einmal vor. Auch eine traurige Botschaft hatte er zu verkünden: Natalino Góg Crespo, Kaingang-Lehrer in Guarita und seit vielen Jahren ein zuverlässiger Ansprechpartner für die Mitarbeiter des COMIN, ist am 1. März 2011 im Alter von 50 Jahren an den Folgen eines Schlaganfalls verstorben. Natalino gehörte zusammen mit seiner Schwester Ilda auch der brasilianischen Delegation an, die 1999 den Dekanatsbezirk Sulzbach-Rosenberg besucht hatte.

Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand ein Film aus einem anderen Arbeitsfeld des COMIN. Der vom Missionswerk Niedersachsen ausgesandte Pfarrer Walter Sass arbeitet seit 1998 mit dem indigenen Volk der Deni im Bundesstaat Amazonas. Ein deutscher Journalist hat dazu 2009 den eindrucksvollen Film gedreht. Schwerpunkte der Arbeit von Pfr. Sass sind neben der Alphabetisierung in der Muttersprache im wesentlichen die Dinge, die in gleicher Weise in Guarita zu einer Verbesserung der Lebenssituation der Indigenen beitragen sollen. In religiöser Hinsicht verfolgt Walter Sass erfolgreich den Weg, zunächst die traditionelle Deni-Religion zu stärken und erst danach behutsam christliches Glaubensgut anzubieten. Ein großer Erfolg war die im Jahre 2008 in Zusammenarbeit mit dem „Institut für Amazonasforschung“ (Manaus) installierte solare Wasserentkeimungsanlage. Sie hat zu einer deutlichen Reduzierung von Erkrankungen und Todesfällen geführt, wie sie vorher häufig  durch verunreinigtes Trinkwasser verursacht waren.  

Nach einer regen Diskussion über die allgemeine Situation der indigenen Bevölkerung Brasiliens luden Pfarrer Jandrey und seine Frau, Pfarrerin Márcia Hülle, zu einer selbst zubereiteten Feijoada, dem brasilianischen Nationalgericht, ein. Auch die Zutaten einschließlich des zur „Abrundung“ angebotenen Limonenschnapses Caipirinha waren original brasilianisch.

Alles in allem eine gelungene Veranstaltung, mit der es den Gastgebern sicher gelungen ist, das Interesse an der Partnerschaft weiter zu stärken.

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