Dekanat Sulzbach-Rosenberg

evangelisch in der Oberpfalz

Der Ablauf eines Arbeitstages von Noelí Falcade im Projekt “Beratung in Gesundheit und Ernährung”

Von: Noelí Teresinha Falcade                        Übersetzt von Melanie Heider

Die Arbeit beginnt schon am Tag zuvor mit dem Einkauf von Lebensmitteln und Zutaten für den Workshop und der Organisation der Materialen, die für die Durchführung der Aktivitäten benötigt werden. Der Tag bricht an, ich packe alles ins Auto rein und mache mich auf den Weg zum Indigenen Gebiet Guarita, heute zum Dorf Laranjeiras. Bis dahin sind es 26 km auf Asphalt- und 8 km auf Schotterstraßen. In diesem Dorf leben 32 Kaingang Familien, etwa 130 Personen.

Schon bei meiner Ankunft sehe ich gleich, dass die Frauen sich gut vorbereitet haben, um sich an den geplanten Aktivitäten zu beteiligen. Alle wussten von dem Workshop, weil die indigenen Gesundheitshelfer und der Leiter des Dorfes für den Workshop geworben und eingeladen hatten.

Die Aktivitäten werden in der örtlichen Schule stattfinden, da ich bereits vorher bei der Schulleitung Erlaubnis bekommen habe. Beim Ausladen des Autos bekomme ich sofort Hilfe von den Frauen.

Zum Treffen kommt auch Frau Tereza. Ich sehe sie mit eine Schüssel auf dem Kopf, die sie mit einer Hand stützt, um die Balance zu halten. In der anderen Hand trägt sie eine Tasche. Was da wohl drin ist?

In der Schüssel bringt sie Süßkartoffeln mit, die noch warm sind, weil sie gerade in der Asche gebacken worden sind. Und in der Tasche bringt sie Maniok mit, der noch zubereitet werden muss. Andere Mütter bringen Fuá, Piché, Farofa aus Mais und Kuchen, der in der Asche gebacken wurde, mit. Alles sind typische Gerichte der Küche der Kaingang.

Die Aktivitäten beginnen. Jede Teilnehmerin zeigt und spricht über das typische Gericht, das sie vorbereitet und mitgebracht hat. In diesem Sektor sprechen die Frauen meistens in ihrer Muttersprache. Eine der Frauen selbst oder der indigene Gesundheitshelfer übersetzt es für mich, und übersetzt wiederrum das, was ich sage, für die Frauen in die Kaingang-Sprache. Ich zeige dann ein Plakat mit Bildern von Lebensmitteln, die lokal angebaut werden und kommentiere deren Nährwert.

Als wir mit unserem Austausch von traditioneller Kenntnis und “wissenschaftlichem” Wissen fertig sind und die entstandenen Fragen thematisiert worden sind, essen wir gemeinsam Mittag und teilen, was die Frauen mitgebracht haben.

Am Nachmittag bereiten wir Sirup und Extrakt aus Heil- und Kräuterpflanzen zu. Die Mütter und Großmütter, die die Pflanzen mitbrachten, legen diese auf einen Tisch und berichten über die Heilkraft und wie sie die Pflanze dafür vorbereiten. Hier bringe ich auch Pflanzen, die die Indigenen Frauen nicht kennen, mit, weil sie in ihrem Gebiet nicht zu finden sind und erkläre dabei, wofür sie anzuwenden sind. Dann machen wir uns dran, Sirup oder Extrakt vorzubereiten. Bei der Zubereitung leite ich die Frauen an. Alle helfen mit. Die Pflanzen werden gewaschen, zerrissen und zum Kochen gebracht. Nach circa einer Stunde wird der Topf vom Feuer genommen und wenn der Sirup oder Extrakt abgekühlt ist, wird er in Glasflaschen gefüllt und unter den Anwesenden verteilt. Einige Falschen bringen wir auch der örtlichen öffentlichen Gesundheitseinheit.

Als der Workshop zu Ende geht, wird ein neues Treffen geplant. Die Frauen unterhalten sich und entscheiden, welches Thema oder welche Probleme sie bei einem nächsten Treffen behandeln und bearbeiten wollen. Dann packe ich wieder alles ins Auto rein und mache mich auf den Heimweg. Manchmal fahren einige Frauen noch ein Stück mit mir mit, weil sie auf dem Weg, den ich fahre, wohnen.

Zu Hause schaue ich was noch von den Zutaten übrig ist, spüle die benutzten Materialien ab und räume alles auf. So ist es für den kommenden Workshops schon wieder vorbereitet.

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