Dekanat Sulzbach-Rosenberg

evangelisch in der Oberpfalz

Eine Brücke zwischen Welten

Hans„Eine Brücke zwischen Welten – Über die Mission der IECLB mit Indigenen“ so heißt übersetzt der Titel des Buches, das am 22.10. auf der Kirchenversammlung der IECLB veröffentlicht worden ist.
2011 feiert die IECLB 50 Jahre ununterbrochene Mission mit Indigenen in Brasilien, wobei die Arbeit 28 Jahre vom Indianermissionsrat COMIN koordiniert wurde. Aus diesem Anlass teilt das Buch „Eine Brücke zwischen Welten“ eine Ansammlung von Erfahrungen und Wissen in den 50 Jahren der Mission mit Indigenen mit. „Wir sollen Gott dafür danken, dass er unsere Kirche die Ermutigung gab, in ihrer Mission auch Gruppeminderheiten, die stark unter der Kolonisation gelitten haben, zu integrieren“, sagte der Koordinator von Indianermissionsrat COMIN, Hans Trein, beim Akt der Veröffentlichung des Buches vor den Repräsentanten der 18 Synoden der IECLB. Er sprach weiter und sagte: „Die IECLB hat viel Anerkennung für ihre versöhnliche Haltung und ihren Mut bekommen. Versöhnung ist die Mission der IECLB zwischen und mit den indigenen Völkern. Diese Mission hat unserer Kirche direkt von Gott bekommen".



(Aus: http://www.luteranos.com.br)
Das Buch beinhaltet auch einen Beitrag aus unserer Partnerschaft. Hier zu lesen:

Partner des COMIN ist der Evangelisch-Lutherische Dekanatsbezirk Sulzbach-Rosenberg.

BuchVerantwortlich: Dekan Pfarrer Karlhermann Schötz.
Warum unterstützen wir die Arbeit des COMIN?

Es gibt für uns zwei gewichtige Gründe:
Zum einen steht hinter den Beziehungen zum Kaingang-Volk in Guarita/RS bzw. zum COMIN eine lange Tradition mit fester Verankerung in den Gemeinden unseres Dekanatsbezirkes. Pfarrer Martin Backhouse war 1976 von Schwandorf aus als Missionar nach Guarita entsandt worden. Von Anfang an unterstützte ein im Dekanatsbezirk gegründeter Freundeskreis seine dortige Arbeit. Seit seiner Gründung im Jahre 1982 ist COMIN für uns Mittler und Ansprechpartner. Neue Impulse brachte im Jahre 1994 die Erweiterung der Beziehung zur offiziellen Partnerschaft. Uns ist bewusst, dass in Guarita schon deutliche Fortschritte erzielt wurden, es aber immer noch viel zu tun gibt. Auf diesem weiteren Weg wollen wir COMIN und damit auch unsere brasilianische Schwesterkirche solange unterstützen, bis eine zufriedenstellende Stabilisierung erreicht ist.
Zum anderen identifizieren wir uns mit COMIN, weil er die Unterstützung der Indigenen in erster Linie als Versöhnungsarbeit betrachtet. Auch für die Kaingang hat die Kolonisierung ihrer traditionellen Territorien seit 1824 durch europäische Siedler, darunter auch viele deutsche Einwanderer, Verluste und Leid gebracht. Voraussetzung für Gerechtigkeit und Frieden ist aber Versöhnung. Bei diesem Prozess wollen wir als Brückenbauer mitwirken und als Teil der weltweiten Kirche unserer Christenpflicht nachkommen, sich auch für Menschen in anderen Ländern einzusetzen.
Was erwarten wir für die Zukunft vom COMIN?

Die Arbeit des COMIN und die Verwendung der Spendengelder ist durch hervorragende Berichterstattung und regelmäßige gegenseitige Besuche für uns sehr transparent. Unser Wunsch ist, dass dies auch in Zukunft so bleibt und die persönlichen Beziehungen im jetzigen Umfang beibehalten werden. Sehr hilfreich für die Kontaktpflege ist zweifellos die im Rahmen der Partnerschaft im Mai 2008 erfolgte Verpflichtung des brasilianischen Pfarrerehepaares Milton Jandrey und Márcia Hülle auf die Pfarrstelle in Schwandorf.
Wir wollen auch weiterhin keine „Almosen“, sondern „Hilfe zur Selbsthilfe“ geben. Die von uns unterstützten Projekte, hauptsächlich in Ernährungsberatung, Gesundheitsvorsorge, Schul- und Berufsausbildung und Landwirtschaft sollen dazu beitragen, dass die Kaingang in Guarita sich baldmöglichst eigenständig um ihre Belange kümmern und mit eigener Hände Arbeit für ihren Unterhalt sorgen können. Dabei ist es wichtig, so wie dies durch den COMIN vorbildlich geschieht, Kultur, Traditionen und Gebräuche der Indigenen zu respektieren, um die für das Selbstbewusstsein unverzichtbare Identität nicht nur zu wahren, sondern möglichst sogar weiter zu stärken.
In diesem Zusammenhang wünschen wir uns, dass IECLB und damit auch COMIN nicht nachlassen in ihren Bemühungen, die weißen Siedler im Umfeld von Guarita anzuhalten, die Indigenen als gleichwertige Menschen zu respektieren.
Wir wissen von der Vertreibung des COMIN aus Guarita im Jahre 1985 und dem danach zur Vermeidung weiterer Auseinandersetzungen und Spaltungen gefassten Beschluss, die Arbeit in Guarita nur noch von außen weiter zu betreiben. Andere religiöse Gemeinschaften sind durch Kirchen und andere Gebäude im Territorium deutlich stärker und auffälliger präsent. Wir hoffen, dass es COMIN trotz dieser geringeren „Sichtbarkeit“ stets gelingt, bei der Bevölkerung als unabhängige Institution der lutherischen Kirche erkennbar zu bleiben. Soweit möglich, wollen wir gerne dazu weiterhin unseren Beitrag leisten.
Dr. Adolf Rank (ehrenamtlicher Mitarbeiter im Dekanatsbezirk Sulzbach-Rosenberg)